Weinviertel: Neues Spital kommt nach Stockerau

Das neue Landesklinikum Weinviertel Süd-West mit regionalen Schwerpunktfunktionen wird in Stockerau (Bezirk Korneuburg) errichtet. Der Bau wird zehn bis 15 Jahre dauern. Das neue Spital soll die bestehenden Kliniken Stockerau, Hollabrunn und Korneuburg vereinen.

Die Suche nach einem Standort für das neue Landesklinikum Weinviertel Süd-West hat ein Ende gefunden. Montagnachmittag wurde bei einer Pressekonferenz im Landhaus in St. Pölten verkündet, dass das neue Spital in Stockerau errichtet wird. Präsentiert wurde der Standort u. a. von den für Gesundheit zuständigen Landesräten Anton Kasser (ÖVP) und Martin Antauer (FPÖ) sowie von Pflegelandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP).

Das neue Schwerpunktklinikum soll über diverse Spezialisierungen in zahlreichen Disziplinen verfügen, heißt es schon im „Gesundheitsplan 2040+“. Das Spital soll nicht nur Versorgung für die umliegenden Bezirke, sondern als Partnerklinikum auch spezialisierte Versorgung von Patienten anderer Standorte der Region bieten.

14 Grundstücke unter die Lupe

Eine Kommission unter der Leitung von Gesundheitsökonom Gottfried Haber von der Universität für Weiterbildung Krems bewertete in den vergangenen Monaten 14 mögliche Standorte im Weinviertel nach unterschiedlichen Kriterien. Im Fokus standen neben wirtschaftlichen Aspekten auch die Verfügbarkeit von Personal und eine gute Erreichbarkeit des neuen Spitals.

Die Entscheidung der Kommission wurde in einem Expertenpapier festgehalten und umfasst an die 160 Seiten. Die Politik sicherte bereits im Vorfeld zu, sich an die Empfehlung der Kommission zu halten.

Bezirke warben um Spital

Unter den bisherigen drei Spitalstandorten gab es im Vorfeld ein heftiges Werben. Die Stadt Hollabrunn hatte vor Kurzem eine eigene Studie vorgelegt, die von der Stiftung der Weinviertler Sparkasse finanziert wurde. Dieser Studie zufolge würden mehrere Kriterien für Hollabrunn sprechen, wurde argumentiert. Konkret soll es sich beim Standort um den Rübenplatz in der Nähe des Bahnhofs handeln.

Wenige Tage später meldeten sich mehrere Politiker aus dem Bezirk Korneuburg zu Wort. Vertreter von ÖVP, FPÖ und SPÖ sprachen sich klar für einen Standort in ihrem Bezirk aus. Begründet wurde das u.a. mit dem Bedarf an medizinischer Infrastruktur sowie dem deutlichen Bevölkerungszuwachs in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

700 Betten und 100 Betreuungsplätze

Das neue Spital mit regionalen Schwerpunktfunktionen ist ein wesentlicher Kernpunkt des „Gesundheitsplans 2040+“, der im Vorjahr im Landtag beschlossen wurde. Vorgesehen sind rund 700 Betten sowie 100 ambulante Betreuungsplätze. Bis das Spital in Betrieb gehen kann werden laut Informationen des Landes zehn bis 15 Jahre vergehen. Bis dahin bleiben die Kliniken Stockerau, Hollabrunn und Korneuburg erhalten.

red, noe.ORF.at

Online seit 20.4.2026, 5.21 Uhr (Update: 13.12 Uhr)

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