Positives im Budget 2027-2028: Wo die Regierung spart, investiert & Härtefälle auffängt
Österreich muss sparen: Die Staatsschulden liegen bei über 80 Prozent der Wirtschaftsleistung. Mit dem neuen Doppelbudget will die Regierung sparen

Mit dem neuen Doppelbudget will die Regierung sparen, gleichzeitig aber Härtefälle abfedern. Geplant sind höhere Steuern für Banken und große Unternehmen, gleichzeitig aber auch mehr Geld für Pflege, Bildung und Kindergärten. Hier ein Überblick der progressiven Schlagseite des Budgets für die nächsten zwei Jahre.
Inhalt
Weltwirtschaftslage erschwert die Ausgangssituation für das Budget für 2027/28
Banken, Unternehmen und Besserverdienende tragen mehr als die Hälfte bei
Progressive Maßnahmen auf der Einnahmenseite
Höhere Körperschaftsteuer für Unternehmen
Banken müssen beitragen: Bankenabgabe bleibt
Besserverdienende zahlen mehr in die Sozialversicherung ein
Gewinnfreibetrag bei Wertpapieren wird gestrichen
Höhere Steuer auf harten Alkohol
Klimaschutz: Abbau klimaschädlicher Subventionen
Progressive Maßnahmen bei Investitionen
200 Millionen Euro für die Pflege
210 Millionen Euro für Kindergärten und Schulen
Unterstützungsfonds für Alleinerziehende
Für Studierende: Höhere Studienbeihilfe, günstigeres Essen, mehr Wohnheimförderung
Lehre mit Matura wird ausgebaut
Mehr Geld für tägliche Bewegung
Gegen Kinderarmut: 125 Millionen für gratis Ferienbetreuung, Lernunterstützung und Beratung
Ältere, Jugendliche & Frauen: 270 Millionen Euro für Arbeitsmarktmarktförderungen
„Zwischenparken beim AMS“ wird eingeschränkt
Österreichs Staatsverschuldung und Neuverschuldung liegen derzeit über den EU-Vorgaben. Vor allem die Koalition aus ÖVP und Grünen (2020–2025) ließ das Defizit stark ansteigen. Konkret hinterließ die ÖVP-Grünen-Regierung ein Minus von 23 Milliarden Euro.
Deshalb läuft gegen Österreich seit Juli 2025 nun ein sogenanntes EU-Defizitverfahren. Die Staatsschulden liegen mittlerweile bei über 80 Prozent der Wirtschaftsleistung – 2019 (vor Schwarz-Grün) waren es noch 71 Prozent.
Nach den Maastricht-Regeln wären maximal 60 Prozent Staatsschulden und 3 Prozent Neuverschuldung erlaubt. Das Defizitverfahren soll helfen, die Schulden schrittweise abzubauen. Passiert das nicht, müssten künftig Milliardensummen für Zinszahlungen ausgegeben werden. Das würde den Spielraum für wichtige Investitionen zusätzlich einschränken.
Weltwirtschaftslage erschwert die Ausgangssituation für das Budget für 2027/28
Gleichzeitig verschärfen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen die wirtschaftliche Lage. Nachdem die Inflation am Jahresanfang mit rund 2 Prozent relativ niedrig war, ist die Teuerung durch den Iran-Krieg wieder deutlich gestiegen. Vor allem der weltweit höhere Ölpreis treibt die Inflation an.
11. Juni 2026
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