Lohntransparenz: Handeln statt blockieren!
Wer Transparenz blockiert, verhindert Gleichstellung: Unternehmen brauchen klare Regeln – doch Arbeitgebervertreter bremsen die Umsetzung und lassen Betriebe im Unklaren

Das Wichtigste in Kürze
- EU-Lohntransparenzrichtlinie muss rasch und vollständig umgesetzt werden
- Transparenz ist Voraussetzung für gleiche Bezahlung und echte Gleichstellung
- Viele Unternehmen sind schlecht informiert und nicht vorbereitet
- Arbeitgebervertreter blockieren Verhandlungen, statt Betriebe zu informieren
- Unternehmen brauchen klare gesetzliche Vorgaben und Unterstützung
Die Zeit drängt: Die EU-Lohntransparenzrichtlinie muss eigentlich bis Juni in Österreich umgesetzt werden. Sie ist ein zentraler Hebel für mehr Einkommensgerechtigkeit – besonders zwischen Frauen und Männern. Doch von Arbeitgeberseite werden die Verhandlungen blockiert und hinausgezögert. Im schlimmsten Fall führt das zu einem Vertragsverletzungsverfahren inklusive Strafzahlungen – die wir dann alle bezahlen müssen.
Dorottya Kickinger, ÖGB-Bundesfrauensekretärin, kritisiert außerdem: „Wer Transparenz verhindert, stellt sich gegen Gleichstellung und verteidigt unfaire Machtverhältnisse in der Arbeitswelt.“
Eine aktuelle Studie von Deloitte zeigt deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist: Viele Unternehmen sind schlecht informiert und kaum vorbereitet. Zwei Drittel wissen wenig oder gar nichts über die neuen Pflichten, mehr als die Hälfte kennt nicht einmal mögliche Konsequenzen bei Nicht-Umsetzung. Gleichzeitig wird in vielen Betrieben weiterhin kaum über Einkommen gesprochen – Transparenz ist noch immer die Ausnahme.
Unternehmen wollen Klarheit – doch sie bekommen sie nicht
Die Studie macht auch eines klar: Unternehmen fordern Orientierung und Unterstützung. Sie wollen wissen, was konkret auf sie zukommt. Dass diese Informationen fehlen, ist kein Zufall. Arbeitgebervertreter leisten hier offensichtlich nicht die nötige Arbeit, um Betriebe rechtzeitig vorzubereiten. Stattdessen werden Verhandlungen verzögert und blockiert.
Das ist verantwortungslos. Denn klar ist: Ohne klare gesetzliche Regeln können Unternehmen die Lohntransparenzrichtlinie nicht umsetzen. Ungleichheit und unfaire Machtverhältnisse bleiben bestehen. Und Frauen verdienen nach wie vor weniger für die gleiche Arbeit.
Barbara Kasper
24. April 2026
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