Mit 50 zu alt für den Job? Warum das ein Trugschluss ist
Echte Jobchancen für ältere Arbeitnehmer:innen dringend notwendig –
vor allem für Frauen
Der ÖGB begrüßt die Aktion 55+

Das Wichtigste in Kürze:
- Der ÖGB begrüßt die Aktion 55+, fordert aber langfristige und faire Jobperspektiven für ältere Arbeitnehmer:innen
- Ältere Menschen werden am Arbeitsmarkt oft benachteiligt, obwohl sie viel Erfahrung und Wissen mitbringen
- Besonders ältere Frauen brauchen gezielte Unterstützung durch gute Arbeitsbedingungen und sichere Jobs
- Gute Arbeit im Alter braucht Kündigungsschutz, Weiterbildung und einen fairen Übergang in die Pension
Ältere Arbeitnehmer:innen bringen viel Erfahrung und Wissen mit. Trotzdem werden sie am Arbeitsmarkt oft benachteiligt. Viele finden nach einer Kündigung keinen neuen Job – selbst nach jahrzehntelanger Arbeit und hunderten Bewerbungen.
Die Zahlen belegen klar: Altersdiskriminierung ist kein Einzelfall. Ein Drittel der mittleren und großen Betriebe in Österreich beschäftigt keine einzige Person über 60 Jahre. Das ist besonders besorgniserregend für viele Frauen, da ihr Pensionsantrittsalter sukzessive angehoben wird.
Mit dem längeren Arbeiten steigt auch die Arbeitslosigkeit. Laut Wifo-Analyse lag die Arbeitslosenquote bei Frauen bisher bei zwei bis drei Prozent, „jetzt nähert sie sich jener der Männer an“, erklärte Wifo-Chef Gabriel Felbermayr, „und das heißt, sie wird zweistellig bis auf 14 bis 15 Prozent steigen“. Will man, dass Menschen länger arbeiten sollen, braucht es auch Maßnahmen, die das ermöglichen.
Aktion 55+
Die vom Sozialministerium eingeführte Aktion 55+ soll ältere Arbeitnehmer:innen dabei unterstützen, schneller wieder einen Job zu finden. ÖGB Bundesgeschäftsführerin, Helene Schuberth, bewertet die Aktion 55+ als „einen wichtigen Schritt. Aber wir müssen dauerhaft für gute Arbeit im Alter sorgen“. Besonders für Frauen sei das Projekt wichtig, weil das Pensionsantrittsalter sukzessive angehoben wird und viele länger auf gute Arbeit angewiesen sind.
Aktion 55+
„Damit die Aktion 55+ wirklich wirkt, müssen die Maßnahmen langfristig, fair und gut abgesichert sein. Es braucht dauerhafte Verbesserungen und Investitionen. Auch Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen und ihren Beitrag leisten“, fordert Schuberth.
09. Januar 2026
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