Neujahrskonzert 2027

Tugan Sochijew dirigiert Neujahrskonzert 2027

Nachdem sie mit Yannick Nezet-Seguin bereits heuer einen Debütanten am Pult des Neujahrskonzertes begrüßt haben, setzen die Wiener Philharmoniker diesen Weg auch 2027 fort: Der 49-jährige russische Dirigent Tugan Sochijew wird kommendes Jahr erstmals das größte Klassikevent der Welt dirigieren.

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Sochijew stammt nicht aus einer der Kulturmetropolen des Riesenreiches Russland, sondern von dessen Rand, konkret aus Nordossetien. Dort lernte der Bub zunächst Klavier, bevor er noch im Teenageralter die Tasten gegen den Dirigentenstab tauschte. Es folgte das Studium am Konservatorium Sankt Petersburg – doch der Schritt ins Ausland ließ nicht lange auf sich warten.

Bereits 2001 wurde Sochijew zum Musikdirektor der Welsh National Opera ernannt, dem sich 2008 jener beim Orchestre National du Capitole de Toulouse anschloss. Auch Deutschland lockte Sochijew, wo er ab 2012 (bis 2016) den Posten des Chefdirigenten des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin in Nachfolge von Ingo Metzmacher innehatte.

2022 Posten am Bolschoi niedergelegt

2014 übernahm er die prestigeträchtige Position des Musikdirektors des Bolschoi-Theaters, wo er bis 2022 verblieb. Diese Erfolgsstory fand allerdings im März 2022 ihr jähes Ende, als Sochijew nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aus Protest dem Bolschoi Lebewohl sagte – und gleichzeitig seinen Spitzenposten in Toulouse niederlegte. „Ich werde gebeten, eine kulturelle Tradition der anderen vorzuziehen“, schrieb Sochijew damals auf Instagram. Und diese Entscheidung wollte der Maestro offenbar nicht treffen und verwies auf sein jahrelanges Engagement für Frieden.

2009 Debüt bei den Wiener Philharmonikern

So hatte Sochijew stabile Beziehungen zu Spitzenorchestern aufgebaut – von den Berliner Philharmonikern über das Chicago Symphony Orchestra, das London Philharmonia Orchestra oder das Leipziger Gewandhausorchester. Nicht zuletzt aber verbindet den Maestro eine Nähe zu den Wiener Philharmonikern, denen er 2009 in Seoul erstmals bei einem Konzert vorstand – kurz bevor er sein erstes Abokonzert in Wien dirigierte.

Knapp 50 Einsätze folgten. Und spätestens 2025 wurde klar, dass die Beziehung Sochijew-Philharmoniker zu höheren Weihen taugt, als der damals 48-Jährige zum Dirigent des Sommernachtskonzerts in Schönbrunn berufen wurde. Auch das Strauss-Jubiläumskonzert „Alle 100 Jahre wieder“ am 25. Oktober leitete Sochijew und empfahl sich spätestens hiermit als Walzer-Experte. Das kann der Maestro nun 2027 vor einem Millionenpublikum unter Beweis stellen.

Tugan Sochijew dirigiert Neujahrskonzert 2027 – wien.ORF.at