Welche Jobs verändern sich durch KI?

KI verändert die Arbeit, Tätigkeiten wandeln sich – ÖGB-Experte Sebastian Klocker hält Massenarbeitslosigkeit aber nicht für das wahrscheinlichste Szenario

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Künstliche Intelligenz vernichtet nicht zwangsläufig massenhaft Arbeitsplätze, verändert aber unser Verständnis von Arbeit grundlegend. Sebastian Klocker, Experte für Digitalisierung im ÖGB, erklärt, warum generative KI vor allem Büro- und Wissensberufe trifft, wieso die Automatisierung von Routineaufgaben zur Gefahr für Berufseinsteiger:innen werden kann und warum KI-Einsatz immer eine betriebswirtschaftliche Entscheidung bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • KI führt vor allem zu veränderten Tätigkeiten, nicht zum Verschwinden ganzer Berufe
  • Besonders betroffen sind Büro-, Verwaltungs- und Wissensberufe
  • Menschliche Fähigkeiten wie Verantwortung, soziale Kompetenz und Urteilsvermögen gewinnen an Bedeutung
  • Berufseinsteiger:innen könnten wichtige Lern- und Erfahrungsräume verlieren

Wie wird KI unsere Arbeitswelt in zehn Jahren verändert haben?

Sebastian Klocker: Ich glaube, in zehn Jahren werden wir über KI ähnlich sprechen wie heute über das Internet: nicht mehr als eine einzelne Technologie, sondern als Infrastruktur, die in sehr vielen Arbeitsprozessen steckt. Das heißt aber nicht, dass überall Roboter oder Chatbots Menschen ersetzt haben werden. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich in sehr vielen Berufen das Bündel an Tätigkeiten verändert.

Das erleben wir bereits heute. KI schreibt Zusammenfassungen, übersetzt, unterstützt bei Programmierung und Recherche, erstellt Dienstpläne oder hilft bei der Bearbeitung von Kund:innenanfragen.

Gleichzeitig sehen wir eine zweite Entwicklung, die aus Arbeitnehmer:innensicht mindestens genauso wichtig ist: Algorithmen verteilen Arbeit, messen Leistungen und geben Arbeitstempo oder Ziele vor. Das ist sogenanntes algorithmisches Management. Die Frage ist also nicht nur, was KI kann, sondern auch: Wer kontrolliert wen mithilfe von KI?

Wir werden deshalb wahrscheinlich nicht in einer Welt ohne Arbeit leben, aber wir können in einer Welt mit deutlich anderer Arbeit leben.

Redaktion  Redaktion

17. September 2026

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